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Berührungsdialoge gestalten – Pflegekräfte sprechen auch mit den Händen

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Berührungsdialoge gestalten

Ein Berührungsdialog bezieht sich auf eine Art der Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Personen, die sich auf die Berührung oder Körperkontakt stützt. Diese Art der Kommunikation kann sowohl verbal als auch nonverbal erfolgen und kann eine sehr kraftvolle Form der Interaktion zwischen Menschen sein.

Schon in meiner Ausbildung wurde ich angeleitet, meine Hände in der Pflege mit Absicht zu benutzen. Nachzudenken, mit meinen Gedanken „in meinen Händen“ zu sein, wenn ich andere Menschen pflege. Ob es nun ein Gruß mit Handschlag ist, eine Beileidsbekundung für Angehörige von Verstorbenen oder die Übernahme der Körperpflege eines Patienten. Unsere „Schulschwester“ war da sehr darauf bedacht.

Das hat mich mein Leben lang als aktive Pflegekraft begleitet – von der Pflege in Kardiologie und Pneumologie bis zur Rettungsstelle, Menschen im Notfall schützend, tröstend zu berühren, Sicherheit zu vermitteln. Als Dozentin leite ich nun dazu an.

Berührungsdialoge

  • Ein Berührungsdialog kann verschiedene Formen annehmen, wie beispielsweise Umarmungen, Händeschütteln, Handauflegen oder sogar eine leichte Berührung an der Schulter. Diese Formen der Berührung können unterschiedliche Bedeutungen haben, je nachdem, wer sie gibt und in welchem Kontext sie erfolgen.
  • Ein Berührungsdialog kann sowohl positiv als auch negativ sein. Eine positive Berührung, wie eine Umarmung oder ein Händedruck, kann eine Verbindung zwischen Menschen aufbauen und positive Gefühle wie Zuneigung und Wärme ausdrücken. Eine negative Berührung, wie eine Ohrfeige oder ein Schubser, kann das Gegenteil bewirken und negative Emotionen wie Wut oder Schmerz hervorrufen.
  • Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Berührungen nicht immer angemessen oder erwünscht sind und dass es kulturelle Unterschiede geben kann, wenn es um die Verwendung von Berührungen geht. Es ist immer wichtig, die Zustimmung und den Komfort der beteiligten Personen zu berücksichtigen, bevor man eine Berührung einsetzt.
  • In vielen Kulturen wird die Berührung als wichtiger Bestandteil der zwischenmenschlichen Beziehungen angesehen. Ein Berührungsdialog kann auch in therapeutischen oder medizinischen Kontexten eingesetzt werden, um das Vertrauen und die Beziehung zwischen Patienten und Therapeuten oder medizinischem Personal zu stärken.

Berührungsdialoge in Pflege und Betreuung

In der Pflege und auch in der Betreuung kann ein Berührungsdialog eine sehr wichtige Rolle spielen, um das Wohlbefinden und die Lebensqualität von Patienten zu verbessern.

Menschen, die in Pflegeeinrichtungen leben, können oft unter Einsamkeit, Isolation und einem Mangel an menschlicher Berührung leiden.

Ein Berührungsdialog kann hier eine einfache, aber sehr effektive Möglichkeit sein, um eine Verbindung zu den Patienten aufzubauen und ihre körperlichen und emotionalen Bedürfnisse zu erfüllen.

In der Pflege kann ein Berührungsdialog verschiedene Formen annehmen, wie beispielsweise

  • das Halten der Hand eines Patienten
  • eine Umarmung
  • ein Schulterklopfen oder
  • ein sanftes Massieren

Diese Art der Berührung kann dazu beitragen, dass sich der Patient beruhigt und entspannt, Schmerzen reduziert und das Gefühl von Einsamkeit und Isolation verringert.

Berührungsdialog, Respekt, Wertschätzung und Grenzen

Der Berührungsdialog kann auch dazu beitragen, dass sich der Patient respektiert und wertgeschätzt fühlt. Indem man auf seine Bedürfnisse und seine Wahrnehmung von Berührung eingeht, kann man ihm das Gefühl geben, dass er in seiner Würde und seiner Persönlichkeit respektiert wird.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Berührungen in der Pflege auch ihre Grenzen haben. Es ist wichtig, dass das Einverständnis des Patienten und seine Komfortzone respektiert werden. Man sollte niemals eine Berührung aufzwingen oder den Patienten unangenehm berühren. Ein guter Pflegeberater sollte immer auf die Signale des Patienten achten und seine Bedürfnisse respektieren.

Berührungsdialoge – Wichtiges in Kürze

  • Vorbereitung der inneren Bereitschaft: am Anfang braucht es mehr Übung, später dauert es einen Augenblick, die Einstimmung auf die andere Person, den Empfänger/die Empfängerin meiner Berührung
  • Vorbereitung der Hände: Desinfektion, Handcreme, Düfte – Zigarettengeruch und ungünstig riechende Medien vermeiden
  • Durchführung: ich bleibe mit meiner inneren Aufmerksamkeit bei/in meinen Händen und denke an nichts anderes
  • Art der Berührung: eindeutiger, angemessener Druck, klarer Anfang, klares Ende von Berührung, hauptsächlich an Händen, Unterarm, Oberarm, Schulter (basales Berühren/Stimulation des Limbischen Systems)
  • Zeitrahmen: passend zur betreuerischen oder pflegerischen Tägigkeit, jedoch nicht zu lange; kurze Reize bleiben im emotionalen Gedächtnis mehr als anhaltende Reize
  • deutlich beenden

Mehr Informationen und Wissen kann in einem Seminar erfahren werden, denn mindestens 50% sind praktische Übungen. Was ich selbst erfahre, bleibt mir im Gedächtnis und kann ich für andere nutzvoll anwenden.

Mein Seminar zum Thema:

Hinweis der Dozentin: Jeden Beitrag habe ich gemäß meiner Erfahrung und meines Wissens geschrieben. Seit 23 Jahren sehe ich in meinen Seminaren als Dozentin für Pflegeberufe jährlich >1500 Mitarbeiter. Für Stammkunden – teilweise über Jahre – arbeite ich an den Konzepten der Mitarbeiterentwicklung mit. Aus diesem Blickwinkel sind meine Beiträge entstanden und das Angebot meines Wissens. Manche Vereinfachung von Sachverhalten, auch kleinere Unschärfen gehen an die Kürze und leichte Verständlichkeit der Berichte. Ein Blick in meine Seminarausschreibungen geben mehr und genauere Informationen, mehr noch in den Seminaren selbst. Andere Berufsgruppen in der Bewohner- und Patientenversorgung mögen eine unterschiedliche Sichtweise haben, die ich schätze und auch gerne für beide Seiten bereichernd diskutiere. Schreiben Sie an info@horvath-pflege.com.
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