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Verhalten in der Demenz richtig einschätzen

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Ursprünglicher Charakter oder dementielle Entwicklung?

Die ursprünglichen Charaktereigenschaften bestimmen das Verhalten in Rahmen einer Demenz!

Pflegekräfte auf Demenzstationen wissen es schon lange, seit Montag den 11.04.2022 ist es nun auch amtlich. Eine Studie dazu wurde im „Journal of Personality and Social Psychology“ veröffentlicht. In Kürze gesagt, schwierige Bewohner zeigen ihre ursprünlichen Charakter sowohl in ihrer lebenslangen Biografie, als auch in der Demenz.

Die Hauptautorin Tomiko Yoneda, Postdoktorandin für Psychologie an der University of Victoria in Kanada, gab dazu wichtige Einblicke. Einer davon ist dass „Persönlichkeitsmerkmale relativ dauerhafte Denk- und Verhaltensmuster widerspiegeln.

Vor allem dann, „wenn sie sich kumulativ auf die Beteiligung an gesunden und ungesunden Verhaltens- und Denkmustern über die gesamte Lebensspanne hinweg auswirken können“. Außerdem liegt der Gedanke nah, dass offensive Verhaltensweisen anscheinend dazu führen, dass die Erkrankung später eintritt. Genauso das Menschen mit Ordnung und Struktur in ihrem Leben länger mit milden Symptomen leben, die sich langsamer verändern. Im Artikel sind einige weitere, sehr spannende Erkenntnisse zu lesen.

Das heißt also: ursprüngliche Charaktereigenschaften sind auch in der Demenz sichtbar, vor allem bei schwierigen Bewohnern.

Wie kann diese Studie Mitarbeiter unterstützen, die demente Menschen betreuen?

Zum einen ist es wichtig, mehr Augenmerk auf die Biografie zu lenken. Diese wird häufig als zu zeitaufwendig empfunden. Speziell vor dem Hintergrund dieses Artikels, gewinnt die Erhebung der Biografie mehr Bedeutung. Sie erschöpft sich nicht mit dem Ausfüllen des Biografiebogens, durch Angehörige oder im Erstgespräch. Vor allem bei Demenz sind die Informationen zu Beginn sehr spärlich. Stattdessen ist das Sammeln von Informationen aus dem Leben der Bewohner ist ein anhaltender Prozess. Zumal ja auch der Wechsel der „Erinnerungsinseln“ an im Laufe der dementiellen Veränderungen kommen wird. Weiter stützt es auch die Erkenntnis, dass Menschen im hohen Lebensalter manche Dinge nicht mehr „lernen“. Desgleichen verändert der alte Mensch langbestehende Verhaltensweisen nur noch sehr selten.

Dementsprechend sind neue Zugänge zum dementen Menschen zu finden, eine Aufgabe für das gesamte Team.

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