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»Hier ist ja nichts los!« Demenz und Langeweile im Pflegealltag.

Beschäftigungsangebote für Demenzkranke für Betreuer

Seit  mehr als 15 Jahren gibt es die sozialen Betreuer im Pflegeheim – ein Segen für die Bewohner. Betreuer haben mehr Kontaktzeit mit den Bewohnern als die Mitarbeiter der Pflege. Bewohner freuen sich über die Tages- und jahreszeitlichen Veranstaltungen, über die Struktur durch den Tag, durch die Woche. Schwierig wird es in Einrichtungen mit dem teilintegrativen Pflegekonzept, hier leben nicht-demente Menschen mit dementen Menschen zusammen.

Demente Menschen, die gelangweilt sind, stören die Ruhe und den Tagesablauf im Pflegeheim, sie stören die Ordnung im System (DZD – Dialog- und Transferzentrum Demenz der Universität Witten-Herdecke – Expertenstandards). Die Störungen sind in vielfältiger Art sichtbar.

Für Pflegekräfte bedeuten Störungen die Unterbrechung im Pflegeablauf, Zeitdruck und Ablaufdruck erhöhen sich – Stress macht sich breit.

Der Stress wird weitergereicht an die Betreuungskräfte. Von ihnen wird verlangt, demente Menschen in größeren Beschäftigungsgruppen von 10+ zu integrieren. Klar sind auch da die dementen Menschen, die überfordert sind, nicht Teil der Gruppe, sondern stören wieder den Ablauf. Für Einzelbeschäftigung bleibt wenig Zeit, für eine sich zuverlässig wiederholende Tagesstrukturierung auch oft nicht.

In der Stimmung entsteht herausforderndes Verhalten, unruhiges Laufen, Rufen und Lautieren, manchmal auch Gewalt verbal – gegen Gegenstände, gegen Mitbewohner und Mitarbeiter.

Das Ziel des Seminars ist es, die Langeweile der Bewohner einzuschätzen, die Folgen im Wohnbereich wahrzunehmen und geeignete Maßnahmen im Team zu planen.

Detaillierte Seminarbeschreibung

Organisatorisches

Seminartitel: »Hier ist ja nichts los!« Demenz und Langeweile im Pflegealltag.
Zielgruppe: Alle Mitarbeiter der Betreuung und Pflege
Dauer: 1 Tag
Ideale Gruppengröße: 16 Personen
Methoden: Präsentation und Vortrag, Interaktion mit der Gruppe zum Thema, Erfahrungsaustausch und Analyse von Einzelsituationen, Visualisierung, Arbeit anhand von Fallstudien, praktische Übungen und situiertes Lernen mit dem Ziel Transfer an den Arbeitsplatz

Seminarinhalte

  • Krankenbeobachtung: Bewohnerzufriedenheit im Rahmen der Beschäftigung
  • Alltagsgestaltung für Menschen mit Demenz
  • Sinn und Zweck von Beschäftigung im Altenpflegeheim: Wollen alle Frauen Kartoffelschälen und Handtücher zusammenlegen und jeder Mann im Garten arbeiten?
  • Erörterung der verschiedenen Möglichkeiten für demenzstadium- und biografieangepasste Einzelbeschäftigung
  • Über- und Unterforderung: Herausforderungen für die Gruppenbeschäftigung
  • Didaktik bei der Anleitung von Senioren
    • „Bewege die Seele, dann bewegt sich der Körper“ (Prof. Böhm)
    • Geduld und Gelassenheit in der Anleitung, Nicht das Ergebnis zählt, sondern der Weg
    • Gedächtnistraining und kreatives Gestalten: nicht konfrontieren mit Fehlern – sofern es nicht gefährlich ist, Freiraum einräumen und beschweigen
    • Für Erfolgserlebnisse sorgen gibt dem dementen Menschen Sicherheit und Motivation
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