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Kommunikationskonzept für Menschen mit Demenz – Validation nach Naomi Feil

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Validation und Expertenstandard

Der Expertenstandard zur Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz hat klare Handlungsleitlinien für den personzentrierten Bindungsaufbau zum dementen Menschen.

Ich greife zwei Leitlinien heraus um die Vorzüge von Validation nach Naomi Feil kurz zu verdeutlichen:

  • S2a – die Pflegefachkraft verfügt über Kompetenzen zur Planung und Koordination von beziehungsfördernden und -gestaltenden Maßnahmen der Pflege von Menschen mit Demenz
  • S2b – die Einrichtung stellt sicher, dass die pflege von Menschen mit Demenz auf Basis eines person-zentrierten Konzepts gestaltet wird und verfügt über eine interdisziplinäre Verfahrensregelung, in der die Zuständigkeiten für beziehungsfördernde und -gestaltende Angebote definiert sind.

Die Pflegefachkraft soll die Kompetenz haben die Handlungsleitlinie der Einrichtung umzusetzen, zu schulen, zu korrigieren, zu evaluieren, kurz, zu delegieren. Das geht erst, wenn die Einrichtung ein Kommunikationskonzept hat. Nun kann jede Einrichtung ihr eigenes Konzept entwickeln und die Mitarbeiter eintrainieren – langer Weg. Oder sie kann ein fertiges Konzept durch die Qualitätssicherung überprüfen lassen, ggf. Korrekturen vornehmen, nach der Entscheidung ALLE Mitarbeiter darin schulen und jährliche Auffrischungskurse planen. Das geht schneller.

Validation heißt Wertschätzung und da nehme ich an, treffe ich nur auf Mitarbeiter, die Bewohner wertschätzen. „Ich validiere“ höre ich häufiger im Seminar und auf Nachfrage bleibt es dabei, die Kommunikationstechniken von Naomi Feil sind nicht eingeübt und nicht trainiert.

Naomi Feil bei einer Großveranstaltung erlebt zu haben, gibt die Begeisterung für diese Haltung, jedoch nicht das Wissen, die Techniken auch anzuwenden.

Validation – Vorteile

Die 14 Kommunikationstechniken basieren auf der klientenzentrierten Gesprächsführung von C. Rogers, Bezug nachlesen hier >>. Naomi Feil war im ersten Beruf Sozialarbeiterin und hat diese Gesprächstechniken als Arbeitsmittel ihr ganzes Berufsleben genutzt. Als sie bei ihrem Vater im Pflegeheim aushelfen wollte und merkte, dass ihre Form der Kommunikation nicht funktioniert, hat sie Stück für Stück C. Rogers`Techniken auf die Bedürfnisse von dementen Menschen umgebaut. Das war 1967, seitdem ist viel Zeit vergangen und auch die Kommunikationstechniken haben Veränderungen und Verbesserungen erfahren.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand:

  • Grundlagen sind vorhanden – jede Pflegefachkraft, die „empathische Gesprächsführung“ gelernt hat, kennt die Grundzüge der Techniken, denn alle Mitarbeiter des Gesundheitswesens nutzen sie, mehr oder weniger erfolgreich. Seien es Gespräche für Angehörige, Beschwerdeannahme, Beratungsgespräche, Seelsorge in der Palliativpflege … empathische Gespräche=Klientenzentrierung
  • Mittels eines Assessment-Instruments von Naomi Feil, lassen sich die Symptome der Krankenbeobachtung den 4 Demenzstadien einteilen
  • dann lernen alle Mitarbeiter alle Techniken als Grundlage kennen und in welchem Stadium sie gut unterstützen
  • durch Zuordnung zu einem Demenzstadium (oder im Übergang) kann dann schnell herausgefiltert werden, welche Techniken zu welchem Demenzstadium genutzt werden soll
  • und dann geht es ans Üben – den ganzen Tag, jeden Kontakt, „Validieren im Vorbeigehen“ genannt
  • Validation hat eine gute, sichere Grundstruktur, der Überblick ist einfach – Einüben der Techniken ist für manche eine Herausforderung
  • jede neue Validationsanwender kann sich mit 2-3 Techniken erst einmal ausprobieren
  • Menschen mit Demenz sprechen sofort positiv darauf an, klappt es nicht, nachdenken, nachlesen in den Trainingsunterlagen, nachjustieren, wieder probieren
  • auch hier der Vorteil: Üben schadet niemand, denn entweder funktioniert die Technik oder sie funktioniert nicht. So ist die eigene Evaluation (alleine oder im Team) nach Interaktionen der beste Weg, Validation nach Naomi Feil anzuwenden.
  • Jährliche Auffrischung, um schwierige Situationen besprechen zu können, Lösungen zu erarbeiten u.m. lohnen sich auf jeden Fall.

Validation – Grundsätze

Validation: Validation ist ein Ansatz, der darauf abzielt, die Gefühle und Erfahrungen von Menschen mit Demenz zu validieren und zu respektieren. Es geht darum, eine Atmosphäre der Akzeptanz zu schaffen, in der Menschen mit Demenz sich sicher und geborgen fühlen können.

Die Validation-Methode wurde von Naomi Feil entwickelt, um eine empathische und effektive Art der Kommunikation mit älteren Menschen mit Demenz zu schaffen. Die Methode basiert auf der Idee, dass es für Menschen mit Demenz oft schwierig ist, ihre Bedürfnisse und Gefühle auszudrücken und dass sie stattdessen unverarbeitete Emotionen und Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit ausdrücken können.

Die Validation-Methode konzentriert sich darauf, diese unverarbeiteten Emotionen und Erinnerungen anzuerkennen und zu validieren, indem man sich einfühlsam in die Perspektive der Person mit Demenz hineinversetzt und ihre Gefühle und Bedürfnisse anerkennt. Die Methode betont auch die Bedeutung von nonverbaler Kommunikation, wie Körpersprache, Augenkontakt und Berührung.

Um die Validation-Methode zu praktizieren, benötigt man ein tiefes Verständnis für die Perspektive der Person mit Demenz, eine empathische Haltung und die Fähigkeit, nonverbale Signale zu interpretieren. Es gibt verschiedene Schulungen und Kurse, die dabei helfen können, die Grundlagen der Validation-Methode zu erlernen und ihre Techniken zu verfeinern.

Solche Seminare können inhouse und online laufen, denn viele praktische Übungen in Kleingruppen mit Evaluation im Plenum sind der Schlüssel zum Erfolg.

Vicki de Klerk-Rubin, die Tochter von Naomi Feil, führt die Aufgabe mit Ihrer Mutter weiter und hat mehrere Bücher geschrieben. Ein Buch ist sehr beeindruckend, „Validation für Einsatzkräfte“

Und das ist für mich der letzte Vorteil:

die Validationsmethode bleibt lebendig, da es auch nach dem Generationswechsel weitergeht – wobei Naomi Feil mit ihren 90 Jahren immer noch äußerst rege ist.

Meine Seminarvorschläge:

Hinweis der Dozentin: Jeden Beitrag habe ich gemäß meiner Erfahrung und meines Wissens geschrieben. Seit 23 Jahren sehe ich in meinen Seminaren als Dozentin für Pflegeberufe jährlich >1500 Mitarbeiter. Für Stammkunden – teilweise über Jahre – arbeite ich an den Konzepten der Mitarbeiterentwicklung mit. Aus diesem Blickwinkel sind meine Beiträge entstanden und das Angebot meines Wissens. Manche Vereinfachung von Sachverhalten, auch kleinere Unschärfen gehen an die Kürze und leichte Verständlichkeit der Berichte. Ein Blick in meine Seminarausschreibungen geben mehr und genauere Informationen, mehr noch in den Seminaren selbst. Andere Berufsgruppen in der Bewohner- und Patientenversorgung mögen eine unterschiedliche Sichtweise haben, die ich schätze und auch gerne für beide Seiten bereichernd diskutiere. Schreiben Sie an info@horvath-pflege.com.

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