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Demenz ohne Betreuung/ohne Ablenkung = Einsamkeit, Langeweile oder Überforderung?

Demenz bedeutet Überforderung

Demenz: Bedeutet eine Zeit ohne Betreuung für den dementen Menschen Langeweile, Einsamkeit oder Überforderung?

Das ist eine Frage der sich das Forschungsprojekt FreiZeit von Prof. Dr. Helma M Bleses mit Kollegen der Hochschule St. Gallen, der Universität Genf widmet. Genauso beteiligt sich die Hochschule Furtwangen in Baden-Württemberg an diesem Projekt. In drei Jahren sollen Ergebnisse vorliegen für neue Handlungsleitlinien. Für mehr Sicherheit um für demente Menschen das richtige Angebot zur richtigen Zeit auszuwählen. Mehr Wissen was eine Zeit ohne Betreuung für dementen Menschen bedeutet, Langeweile, Einsamkeit oder Überforderung? Antworten die wir heute zwar vermuten, tatsächlich jedoch nicht sicher wissen.

Auch beim Aufbau des DNQP Expertenstandards Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz stand die Frage nach Langeweile und daraus resultierendem Verhalten im Mittelpunkt von vielen Diskussionen. Dazu hat einer der Demenz-Experten, der Philosoph Christian Müller-Hergl beeindruckende Gedanken in einem You-tube-Beitrag „Die Hölle der Langeweile“ veröffentlicht.

Eine Studie zur FreiZeit für Bewohner gibt es bisher nicht.

Wie Menschen mit Demenz auf eine betreuungslose Zeit reagieren, wurde noch nicht strukturiert erhoben. Das wird sich nun ändern.

Herausforderndes Verhalten, unruhiges Umherwandern, aggressive Verhaltenskorrektur von Mitbewohnern, anhaltende Abforderung von Pflegedienstleistung – all das wird bisher als Reaktion auf Langeweile vermutet. Zumindest von Mitarbeitern, die in Wohnbereichen mit dementen Menschen arbeiten.

Als Teilnehmer an der Studie haben sich Demenz-Patienten, Angehörige und Pflegende im Vogelsbergkreis gemeldet. Mitarbeiter der Studie überprüfen und dokumentieren drei Jahre lang u.a. den Tagesablauf. Jede Gruppe hat ihre eigene Sichtweise auf diesen Zeitraum. Eine der spannenden Fragen wird sein, wie demente Menschen die meist betreuungslose Zeit verbringen. Zum Beispiel werden Pflegekräfte mit der Hast des Personalmangels meist erst aufmerksam, wenn das Verhalten von Bewohnern Aufmerksamkeit verlangt. Damit wird ein Verhalten mit Rückzug oft nicht wahrgenommen. Hingegen vermuten Angehörige wie die betreuungslose Zeit verbracht wird anhand der Umgebungsveränderungen. Wird der demente Mensch allein gelassen, kann man sehen wie die reizarmen Zeiten gefüllt sind.

Und der Mensch mit Demenz? Wie drückt er nonverbal Langeweile, Einsamkeit oder Überforderung aus?

  • Unterstützung findet sich auch in Pflegestandards zum Thema Demenz beim PQSG.
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Spannende Fragen, deren Antworten sicher den Arbeitsalltag für alle Mitarbeiter in Wohnbereichen mit dementen Bewohnern bereichern.

Bis zum Ende des Forschungsprojekts in 2025 gehen wir diesen Fragen im Seminar nach und erarbeiten Lösungen – meine Angebote zum Thema sind: