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In die Welt der Demenz eintreten

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Die Welt der Demenz ist eine andere

Die Wichtigkeiten verändern sich, Gefühle nehmen mehr Raum ein, das Hier und Heute zählt, Gestern und Morgen ist nicht mehr so wichtig. In diesem Artikel spreche ich ausschließlich über die Pflegediagnose „Demenz“. Denn wenn ein Arzt aufgrund von Untersuchungen die Diagnose „M. Alzheimer“ stellt, weiß keiner, in welchem Stadium der Demenzentwicklung der Mensch sich befindet und schon gar nicht, was zu tun ist, um in die Welt der Demenz einzutreten. Hier wird die Pflegediagnose wichtig. Der Expertenstandard des DNQP „Beziehungsgestaltung in der Pflege zum Menschen mit Demenz“ gibt viele Hinweise und Hilfestellung, um die Welt der Demenz zu betreten, den Menschen zu treffen, der nicht mehr so sehr im Hier und Heute verhaftet ist.

Es gibt viele gute Konzepte und Ansätze, um in die Welt der Demenz einzutreten

  • Validation: Validation ist ein Ansatz, der darauf abzielt, die Gefühle und Erfahrungen von Menschen mit Demenz zu validieren und zu respektieren. Es geht darum, eine Atmosphäre der Akzeptanz zu schaffen, in der Menschen mit Demenz sich sicher und geborgen fühlen können.
  • Personzentrierter Ansatz: Der personzentrierte Ansatz basiert auf dem Konzept, dass jeder Mensch individuelle Bedürfnisse und Wünsche hat, die respektiert und berücksichtigt werden sollten. Dieser Ansatz zielt darauf ab, Menschen mit Demenz als einzigartige Individuen zu sehen und ihre Persönlichkeiten und Lebensgeschichten zu würdigen.
  • Montessori-basierte Aktivitäten: Die Montessori-Methode ist eine pädagogische Methode, die darauf abzielt, Menschen durch praktische, handlungsorientierte Aktivitäten zu fördern. Dieser Ansatz kann auch auf Menschen mit Demenz angewendet werden, um ihnen dabei zu helfen, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erhalten und zu verbessern.
  • Reminiscence-Therapie: Die Reminiscence-Therapie konzentriert sich auf die Erinnerungen und Erfahrungen von Menschen mit Demenz. Es geht darum, positive Erinnerungen zu wecken und sie in den Vordergrund zu stellen, um das Wohlbefinden und die Lebensqualität zu verbessern.
  • Musiktherapie: Musik hat eine besondere Fähigkeit, Emotionen und Erinnerungen hervorzurufen. Die Musiktherapie kann bei Menschen mit Demenz eingesetzt werden, um ihre Stimmung zu verbessern, ihr Gedächtnis anzuregen und sie zu beruhigen.
  • Tiergestützte Therapie: Tiere können eine beruhigende und tröstliche Wirkung auf Menschen haben. Die tiergestützte Therapie kann bei Menschen mit Demenz eingesetzt werden, um ihnen Freude zu bereiten und ihre emotionale Stabilität zu verbessern.

Weitere Konzepte um die Welt der Demenz zu betreten

  • Tom Kitwood und Dementia Care Mapping: das Beobachtungsverfahren Dementia Care Mapping wurde in den 1990er Jahren von Tom Kitwood und Kathleen Bredin in UK entwickelt. Beobachtet und evaluiert wird personzentriert und vor allem die Zufriedenheit von Menschen mit Demenz.
  • Psychobiografisches Modell von Prof. Böhm: „Bewege die Seele, dann bewegt sich der Körper“, ganzheitlicher Ansatz, Arbeit mit den inneren Antrieben der Menschen.
  • U-First: ist ein recht einfaches Programm für Mitarbeiter in Pflege und Betreuung aus Kanada. Understand-Flag(wahrnehmen)-Interact-Registrate-Support-Team
  • Marte Meo: ist eine Methode zur Entwicklungsunterstützung von praktischen Kenntnissen mit Hilfe von Videoaufnahmen von Alltagsinteraktionen. Mit Marte Meo lernen Menschen mit Demenz, Möglichkeiten zu sehen, um Entwicklungsprozesse im Alltag anzuregen und zu unterstützen.
  • Mäeutik heißt auch Hebammenkunst: der Begriff für diese Dialogtechnik wurde von Sokrates geprägt. Durch gezielte Fragen und richtiges Antworten finden bleibt die Zufriedenheit und das innere Gleichgewicht. rwähnt, Was versteht Sokrates unter Mäeutik?
  • Silviahemmet: heißt „Silviaheim“, es ist ein umfassendes Konzept zur Begleitung und (Tages-)Betreuung Demenzkranker und deren Angehörigen mit spezieller Ausbildung für Personal und bedarfsgerecht gestaltete Räumlichkeiten mit Schulung von Angehörigen
  • Getting to know me: Biografiearbeit mittels spezieller Fragebögen mit Erarbeiten eines Betreuungskonzepts
  • CHOPS: Care of Confused Hospitalised Older Persons im Akutkrankenhaus, Konzept kommt von Australien

Diese Ansätze sind nur einige Beispiele dafür, wie man in die Welt der Demenz eintreten kann und den Umgang mit Menschen mit Demenz zu verbessern.Es gibt viele weitere Ansätze und Techniken, die darauf abzielen, das Wohlbefinden und die Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu verbessern.

Mein Seminar zum Thema:

Hinweis der Dozentin: Jeden Beitrag habe ich gemäß meiner Erfahrung und meines Wissens geschrieben. Seit 23 Jahren sehe ich in meinen Seminaren als Dozentin für Pflegeberufe jährlich >1500 Mitarbeiter. Für Stammkunden – teilweise über Jahre – arbeite ich an den Konzepten der Mitarbeiterentwicklung mit. Aus diesem Blickwinkel sind meine Beiträge entstanden und das Angebot meines Wissens. Manche Vereinfachung von Sachverhalten, auch kleinere Unschärfen gehen an die Kürze und leichte Verständlichkeit der Berichte. Ein Blick in meine Seminarausschreibungen geben mehr und genauere Informationen, mehr noch in den Seminaren selbst. Andere Berufsgruppen in der Bewohner- und Patientenversorgung mögen eine unterschiedliche Sichtweise haben, die ich schätze und auch gerne für beide Seiten bereichernd diskutiere. Schreiben Sie an info@horvath-pflege.com.
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